Projektziel Machbarkeitsstudie „Wärmenetzsystem 4.0"

Im Rahmen des Förderprogramms „Wärmenetzsysteme 4.0“ werden Machbarkeitsstudien zu innovativen Gesamtsystemen im Bereich Wärmeinfrastruktur gefördert. Im Fokus des Energieversorgungskonzepts für das Projekt „Nachhaltige Stadtquartiere Immendingen“ steht eine Energielösung, die auf erneuerbaren Energien basiert und diese effizient verknüpft. Die Grundlage einer effektiven Verknüpfung ist ein leistungsfähiges Energie-, Informations- und Kommunikationssystem, das hohe Anforderungen an Technik, Wirtschaftlichkeit und einer gesellschaftlichen Beteiligung erfüllt. Das Ziel: ein effizientes Netz – intelligent, nachhaltig und partizipativ.

Das geplante Leuchtturmprojekt soll die Transformation einer Gemeinde zu einem bundesweit bekannten Technologiestandort demonstrieren und zu einem Modell für die urbane Energiewende werden. Dafür wird erstmalig die ectogridTM-Innovation in Deutschland erprobt. Die Technologie basiert auf wissenschaftlichen Untersuchungen zu bidirektionalen Niedrigtemperatur-Wärme- und Kältenetzen. ectogridTM wurde von E.ON in enger Kooperation mit Wärmepumpen-Experten entwickelt und hat sich in Lund, Schweden bereits erfolgreich in der Praxis bewährt.

Premiere von ectogrid in Deutschland / Erstmalige Erprobung in Deutschland - ectogrid

ectogridTM ist eine nachhaltige, digitale und dezentrale Energielösung. Es verbindet mit Hilfe eines hocheffizienten kalten Nahwärmenetzes verschiedene Gebäude innerhalb einer Stadt oder eines Quartiers. Das ectogridTM sammelt alle thermischen Energieflüsse der Gebäude und gleicht diese untereinander aus. Die Abwärme aus Kälteanlagen wird zum Heizen verwendet und die Abkälte der Wärmepumpen zum Kühlen. Aufgrund dieser Ausgleichsfunktion ist eine deutlich reduzierte Zufuhr von Restenergie notwendig. Durch die optimale Verbindung von Wärmepumpen, Kältemaschinen, Verteilnetzen und Speichern entsteht eine Art thermische Batterie, die den Kälte- und Wärmebedarf der angeschlossenen Gebäude intelligent ausbalanciert.

Die gesamte Kälte-, Wärme- und Stromerzeugung eines Quartiers wird durch ein Nahwärmenetz zu einem Gesamtsystem verknüpft. Das übergeordnete Netz fungiert als Plattform, an die einzelne Gebäude oder größere Quartiere angeschlossen werden können. Die Integration von Wärme- und Kältequellen erlaubt einen flexiblen Austausch zwischen den Verbrauchern. Das untergeordnete Netz nutzt das Erdreich als Pufferspeicher und erhöht damit die thermische Speicherkapazität im Quartier.

Projektbeteiligte

eon

Energiewende mitgestalten – Gemeinsam profitieren

In dem Projekt „Nachhaltige Stadtquartiere Immendingen“ sollen verschiedene Quartiere mit der ectogridTM-Technologie vernetzt werden. Ziel ist, dass der jeweilige Kälte- und Wärmebedarf lokal ausgeglichen werden kann. So werden Quartiersnetze zu Plattformen für die Umsetzung der urbanen Energiewende – partizipativ und bürgernah. Darüber hinaus werden die Quartiere thermohydraulisch verbunden. Dadurch können ein saisonaler Geothermiespeicher und zentrale Erzeugungsanlagen eingebunden werden und jederzeit die notwendige Netztemperatur sicherstellen. Des Weiteren ist das Netz flexibel ausbaufähig, das heißt neue Gebäude entlang der Verbindungsleitungen können simpel und effizient angeschlossen und eingebunden werden.

  • Ziel des Projekts: Umsetzung eines Leuchtturms für eine nachhaltige, urbane Energiewende
  • Fokus der Machbarkeitsanalyse: Demonstration des technisch und wirtschaftlich erfolgreichen Betriebs eines Wärmenetzsystems 4.